Zuckerkuchen mit Schmand – schmeckt wie vom Bäcker


Kennst du ihn auch noch? Den Zuckerkuchen von früher? Den leckeren Duft kann man einfach nicht vergessen… Also mir schwebt dieser noch heute in der Nase als sei es gestern gewesen. Das Gute ist, dass du mit diesem Rezept deine Erinnerungen auffrischen kannst und einen Zuckerkuchen aus deiner Kindheit zaubern kannst.

Ich habe schon bei einigen Rezepten berichtet, dass ich der Ansicht bin, dass wir traditionelle Familienrezepte viel zu wenig wertschätzen bzw. uns der Relevanz dieser für uns erst bewusst werden, wenn wir sie leider nicht mehr zubereitet bekommen. Somit versuche ich immer wieder, traditionelle Rezepte von mir wichtigen Menschen zu “erlernen” und sie mit euch zu teilen. Das führt uns zum heutigen Blogeintrag: Ein Zuckerkuchenrezept mit Schmand und saurer Sahne. Spannend finde ich an dem Rezept vor allem, dass der Teig selbst gar nicht so viel Zucker enthält, wie viele “neuere” Zuckerkuchenrezepte. Darüber hinaus musst du unbedingt die Version mit der sauren Sahne testen. Dies gibt dem Kuchen eine besondere Note. Also husch zum Einkaufen und ran an den Backofen. So ein ganzes Blech voll Kuchen ist doch immer wieder was Feines.

Welche Rezepte verbindest du mit deiner Kindheit? Freue mich über Kommentare und/oder Nachrichten per Mail. Am Ende dieses Rezeptes (unter Tipps) findest du noch ein paar Links zu weiteren Familienrezepten von mir. Auch habe ich dort ein paar Infos zur Zubereitung von Hefeteigen und zu der Mengenangabe von Zucker hinzugefügt.

Zutaten (für 1 Backblech)

  • 30 g Hefe
  • 60 g Zucker
  • 1/4 l Milch
  • 500 g Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 160 g weiche Butter + etwas mehr zum Einfetten
  • 1 Becher Schmand
  • 100 ml saure Sahne
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 4 Scheiben Zwieback
  • etwas Zimt
  • etwa 50 g brauner Zucker
  • etwa 50 g Zucker

Und so geht’s:

  1. Hefe in eine Schale bröseln, etwa 1 TL des Zuckers (von den 60 g) zur Hefe geben und so lange verrühren, bis die Hefe flüssig wird. Milch lauwarm erwärmen und unter die Hefe rühren. Hefemilch für einige Minuten arbeiten lassen. Währenddessen Mehl mit 1 Prise Salz in eine große Rührschüssel geben und eine Mulde in die Mitte drücken. Restlichen Zucker und das Ei hineingeben und 60 g weiche Butter in kleinen Flocken auf dem Mehl verteilen. Die Hefemilch, nachdem sie deutlich an Volumen gewonnen hat, ebenfalls in die Mulde geben und die Zutaten so lange kneten, bis der Teig Blasen schlägt und sich vom Rand löst. Hefeteig mit einem sauberen Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort für etwa 30 Minuten gehen lassen bis er deutlich an Volumen zugenommen hat.
  2. Backblech gut mit etwas Butter einfetten. Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen und den Teig darauf eckig ausrollen, so dass er die Fläche deines Backblechs hat. Teig auf das eingefettete Backblech legen und mit einer Gabel mehrmals einstechen. Backblech mit dem Küchenhandtuch bedecken und den Teig erneut für weitere 15-20 Minuten gehen lassen.
  3. Backofen vorheizen (180 °C Ober-/Unterhitze). Schmand, saure Sahne und Vanillezucker in eine kleine Schale geben und gut verrühren. Zwieback sehr fein zerkleinern (siehe unter Tipps). Schmand-Sahne-Mischung mit einem Löffel gleichmäßig auf dem Kuchenteig verteilen, Zwiebackkrümel darüber geben und mit etwas Zimt bestreuen (je nach Geschmack etwas mehr oder weniger). Etwa 100 g Butter in kleine Flöckchen schneiden und diese auf die Zwiebackkrümel verteilen. Im Anschluss erst mit dem brauen und dann mit dem weißen Zucker bestreuen (zur Mengenangabe gerne auch unter Tipps schauen).
  4. Zuckerkuchen für ca. 30 Minuten im vorheizten Backofen backen. Wenn du den Kuchen gerne etwas dunkler gebräunt magst, kannst du die Temperatur in den letzten 5 Minuten auf 220 °C stellen. Zuckerkuchen herausnehmen und für ein paar Minuten abkühlen lassen. Mir schmeckt er warm und frisch vom Blech am besten…

Tipps:

  • Hefe ist recht wählerisch! Sie mag es weder zu kalt, noch zu warm. Daher ist es sehr gut, wenn du die Zutaten (Ei, Butter & Co) früh genug aus dem Kühlschrank nimmst und du sie somit auf Raumtemperatur bringst.
  • Zwieback zerkleinern: Ich nehme dazu einen kleinen Gefrierbeutel, lege die Zwiebackscheiben hinein und verschließe den Beutel gut. Nun kannst du den Zwieback sehr einfach mit einem Nudelholz zerkleinern, ohne dass du danach eine kleine Sauerei in der Küche hast.
  • Brauner oder weißer Zucker? Wirklich viele Unterschiede gibt es zwischen den beiden Zuckersorten ehrlich gesagt nicht. Kurz zusammengefasst: Weißer Zucker ist länger haltbar, brauner Zucker schmeckt malzig und leicht nach Karamell. Für diese Geschmacksnote kommt er auch in diesem Rezept zur Verwendung. Zur Mengenangabe bei diesem Rezept: Oben bei den Zutaten habe ich gesamt 100 g Zucker angegeben (50 g brauner und 50 g weißer Zucker). Ich selbst messe den Zucker nicht ab, sondern streue diesen nach Gefühl über den Kuchen. Probiere es einfach selber aus und schaue, welche Menge Zucker dir am besten schmeckt. Die Angabe im Rezept ist vor allem dafür da, um dir ein Gefühl für die benötigte Menge zu geben.
  • Gefühlt sind die meisten Zuckerkuchenrezepte nicht mit saurer, sondern mit süßer Sahne gemacht. Mir gefällt jedoch die saure Sahne an diesem Rezept besonders gut. Also unbedingt mal ausprobieren.
  • Alternative: Hin und wieder gibt es bei mir Mandeln auf dem Zuckerkuchen. Dazu verwende ich 100-150 g gehobelte Mandelblättchen. Diese einfach vor dem Backen mit auf dem Zucker verteilen und ab in den Ofen. Oder einfach ein halbes Blech mit und ein halbes ohne Mandeln zubereiten.
  • In einigen Rezeptbüchern findest du den Hinweis, dass du das Mehl sieben sollst. Bei Hefeteigen ist dies oft so zu lesen. Anfangs habe ich brav vor mich hin gesiebt und mich allerdings jedes Mal gefragt, warum ich das eigentlich mache. Irgendwann bin ich dann auf die Suche gegangen und habe nachgelesen. Hier eine kurze Zusammenfassung für dich: Früher war das Mehl nicht so fein und sauber gemahlen wie heute. Durch das Sieben sind Getreidekörner (die nicht ins Mehl gehören) nicht mit in den Teig und damit in den Kuchen gekommen. Außerdem konnte man mit dem Sieben auch die Mehlwürmer auffangen und entfernen. Beim Lesen hat mich der letzte Punkt am meisten überrascht: Denn während früher die Mehlwürmer einfach herausgesiebt wurden, schmeißen wir heute die ganze Packung Mehl weg, sobald wir etwas Krabbelndes entdecken.
  • Auf mongout.de gibt es noch ein paar weitere traditionelle Back-Rezepte. Schau dir doch mal den Käsekuchen und die Haferplätzchen von meiner Großmutter an. Heidesand begleitet mich auch seit meiner Kindheit und ist immer wieder ein Highlight für mich. Dabei ist es ein ganz einfaches Rezept – wobei es wahrscheinlich genau das ist, was es ausmacht.
  • Auch wenn es nicht ganz zum Kuchen passt, muss ich auf eines meiner Lieblings-Familienrezepte hinweisen: Die Herzoginkartoffeln meiner Mutter finde ich immer wieder großartig. Als Kind habe ich mir die kleinen Röschen jedes Jahr zum Geburtstag gewünscht.

Und wieder einmal Unwichtiges am Ende:

Ich habe ja schon eingangs erwähnt, dass Zuckerkuchen bei mir Kindheitserinnerungen weckt. In Niedersachsen (da komme ich ursprünglich her) gehören sowohl Zucker- als auch Streuselkuchen zu diversen Familienfesten dazu. Zuckerkuchen wird bei uns auch gerne Butterkuchen genannt. Allerdings muss dann der Anteil an richtiger Butter stimmen, damit er so bezeichnet werden darf (Margarine ist dabei dann nicht als Ersatz erlaubt, denn sonst müsste der Kuchen ja logischerweise Margarinekuchen heißen). Aber wieder zurück zu den Feiern, denn egal ob Geburtstage, Taufen, Konfirmation oder Beerdigungen, diese Arten von Blechkuchen waren bei uns immer mit auf dem Kaffeetisch. Und auch darüber hinaus, denn bei uns auf dem Dorf war es sogar üblich, sich mit Zuckerkuchen zu bedanken. Somit haben meine Eltern zu meiner Konfirmation haufenweise kleine Zuckerkuchenbleche gekauft und ich hatte die Aufgabe, jedem aus dem Dorf, der mir was geschenkt hatte, als Danke ein kleines Blech vorbeizubringen. Also ein Geschenk als Danke für das Geschenk… (irgendwie schön, aber auch verrückt, oder?)
Viele – so auch mein Vater – haben Zuckerkuchen einfach als Beerdigungskuchen bezeichnet. Ebenfalls ist der Begriff “Freud-und-Leid-Kuchen” bei uns geläufig. Passt ja in Anbetracht der Verwendung bei den unterschiedlichsten Familienzusammenkünften. Mir waren all die anderen Namen und Bezeichnungen völlig egal: Sobald es frischen Zuckerkuchen gab, war ich sofort an erster Stelle dabei und ehrlich gesagt brauchte ich auch keine Feier, um den Blechkuchen zu genießen. Kinder lieben halt Zucker in allen möglichen Variationen. Da war ich keine Ausnahme (ich verdränge jetzt einfach mal, dass ich noch immer haufenweise Zucker konsumiere).

Zuckerkuchen gibt es in vielen Variationen und diese unterscheiden sich auch regional. Aber nicht nur das: In meiner Heimat findest du Zucker- und Streuselkuchen in der Auslage von jedem Bäcker. Als ich vor vielen Jahren nach Nordrhein-Westfalen gezogen bin, habe ich mich beim Einkauf beim Bäcker des Öfteren für einen ganz kurzen Moment gefragt, wo der Zuckerkuchen versteckt ist. Allerdings habe ich den Gedanken jedes Mal sehr schnell wieder verworfen und nie wirklich weiterverfolgt. Hätte ich dies getan, dann wäre mir sicherlich früher aufgefallen, dass Zuckerkuchen hier gar nicht so gebräuchlich ist wie in Niedersachsen bzw. Norddeutschland. Für mich war Zuckerkuchen jedoch so normal, dass ich die Frage absurd fand.

Kommen wir aber noch einmal zurück zu den Variationen und dabei fange ich mit den Gewürzen an. Ich bin eine Zimt-Liebhaberin: Zimt und Zucker zusammen gehen immer. In Mecklenburg hingegen wird anstelle von Zimt Kardamom verwendet. Woher die Version mit der sauren Sahne kommt, kann ich leider nicht zuordnen. Wenn du saure Sahne nicht magst, kannst du gerne süße Sahne (in der gleichen Menge) oder einfach mehr Schmand verwenden. Oftmals gibt es Zuckerkuchen jedoch ganz ohne einen cremigen “Deckel” und nur mit Butter und Zucker oben drauf. Hier mag ich beide Varianten, wobei der Kuchen durch den Schmand weniger trocken ist.

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