Bauernfrühstück im Armen Ritter (Kontaktgrill)


Wie du an der Überschrift sicherlich schon gesehen hast, werden bei meinem heutigen Rezept gleich zwei leckere Gerichte miteinander kombiniert: Nämlich das klassische Bauernfrühstück mit einem Armen Ritter. Wobei ich auf den Zucker vom Original-Armen-Ritter verzichte (passt nicht so wirklich zum deftigen Bauernfrühstück).

Du fragst dich vielleicht, wie ich dazu komme!? Ich war gedanklich auf der Suche nach einem neuen Rezept für meinen Kontaktgrill und habe ich dabei gefragt, ob ich eigentlich einen Armen Ritter im Kontaktgrill machen kann. Nachdem ich dann ein wenig drüber gegrübelt habe, bin ich auf die Idee gekommen, dass in Milch und Ei getränkte Weißbrot als Grundlage für ein Sandwich zu verwenden. Nun fehlte mir nur noch die Sandwich-Füllung. Da ich mittlerweile schon einige Zutaten ausprobiert habe (Spargel, Süßkartoffeln, Aubergine, etc.) entschied ich mich für Kartoffeln.

Eigentlich liegt die Kombination dieser beiden Gerichte nah beieinander, denn sowohl das Bauernfrühstück als auch der Arme Ritter sind einfache Gerichte, die ursprünglich aus Resten gemacht wurden:

Für den Armen Ritter hat man früher altes Weißbrot verwendet, dieses in einer Mischung aus Milch und Eiern getränkt und mit einer ordentlichen Portion Fett gebraten. Oben drauf kommen auch heute noch Zucker sowie Zimt. Durch Kompott wird aus dem Armen ein Reicher Ritter. Die Zubereitung des Armen Ritters ist richtig einfach und bei den Zutaten wurde, neben der Resteverwertung, darauf gesetzt, dass das Gericht sättigend ist. Das traditionelle Rezept wird heute weniger zubereitet, erste schriftliche Erwähnungen hat man aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Bekannt ist dieses Rezept aber nicht nur in Deutschland. In anderen Ländern hat der Arme Ritter ebenfalls spannende Namen. Die englische Bezeichnung ist mit “Poor knights of Windsor” sehr ähnlich zu unserer. In den USA ist es “French Toast”, in Frankreich das “verlorene Brot” (pain perdu) und in Ungarn das “Brot im Pelz” (Bundáskenyér). Den Pelz mag ich mir beim Essen nicht wirklich vorstellen…

Auch das Bauernfrühstück hat ein paar weitere lustige Namen: In Berlin wird es als Hoppelpoppel bezeichnet, in Bayern ist es das Gröstl, welches dem Bauernfrühstück sehr ähnlich ist. Der Unterschied liegt darin, dass wenig bis keine Eier verwendet werden. Importiert wurde das Bauernfrühstück Mitte des 20. Jahrhunderts aus Frankreich (wohl als eine Form des Omeletts) und an die deutsche Küche angepasst. Trotz des Namens gibt es das Bauernfrühstück in der Regel zum Abendessen. Es wird vermutet, dass das “Bauern” im Bauernfrühstück eingebaut wurde, damit es so klingt als würden davon auch hart arbeitende Männer satt werden. In der Regel besteht das Bauernfrühstück aus Bratkartoffeln, Zwiebeln, Speck, Gewürzgurken und Eiern.

Nun aber weg von der Namensgebung hin zu der Kombination dieser beiden Gerichte. Das Bauernfrühstück ist recht deftig und die Gewürzgurke sorgt für einen leicht säuerlichen Geschmack, der das Ganze recht spannend macht. Schon beim Anblick sieht man, dass etwas mit Toastbrot anders ist als normal. Aromatisch passt das Toastbrot sehr gut zum Bauernfrühstück. Anfangs war ich noch recht zaghaft mit dem Schinken. Geschmacklich finde ich es mit etwas mehr Schinken deutlich besser. Vegetarier können den Schinken natürlich weglassen.

So, ich hoffe, du bist neugierig geworden. Wünsche dir viel Erfolg beim Nachkochen bzw. Nachgrillen.

Zutaten (für 4 Personen):

  • 500 g festkochende Kartoffeln
  • Salz
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 große Gewürzgurken
  • 4-5 Stiele Petersilie
  • 2 EL Öl (z.B. Sonnenblumenöl)
  • Pfeffer
  • 3 Eier (Größe M)
  • 150 ml Milch
  • geriebene Muskatnuss
  • 8 Scheiben Toastbrot (siehe unter Tipps)
  • 12 Scheiben geräucherter Schinken (z.B. Katen- oder Landschinken)
  • 4 Scheiben Käse (z.B. Cheddar oder Gouda)

Und so geht’s:

  1. Kartoffeln schälen, waschen und in kochendem Salzwasser für ca. 15 Minuten garen. Anschließend abgießen und abkühlen lassen.
  2. Zwiebeln schälen, halbieren und in etwa 0,5 cm dünne Streifen schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Gurken der Länge nach in dünne Scheiben schneiden. Petersilie waschen, trocken schütteln, Blätter abzupfen und diese grob hacken. Abgekühlte Kartoffeln ebenfalls in etwa 0,5 cm dünne Scheiben schneiden. In einer Pfanne 2 EL Öl erhitzen und die Kartoffeln darin unter Wenden knusprig braten (ungefähr 7 Minuten). Zwiebeln und Knoblauch hinzugeben, umrühren und für ca. 4 weitere Minuten braten lassen. Pfanne vom Herd nehmen, Petersilie unterheben sowie mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. Kontaktgrill vorheizen. Eier in eine Schüssel geben, Milch hinzugießen und mit einem Schneebesen gut verquirlen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Anschließend die Eier-Milch-Masse in ein flaches Gefäß füllen. Zwei Scheiben Toastbrot von einer Seite in die Eiermilch tauchen, herausnehmen und eine Scheibe mit der trockenen Seite nach oben auf ein Küchenbrett legen. Diese Scheibe mit 3 Scheiben Schinken, Kartoffeln, Gurken und Käse belegen. Zweite Scheibe Toastbrot mit der eingeweichten Seite nach oben auf den Käse legen und das Sandwich im Kontaktgrill knusprig grillen. Währenddessen weitere Sandwiches genauso vorbereiten und nacheinander im Grill zubereiten.
  4. Fertige Sandwiches halbieren und warm servieren.

Tipps:

  • Zum Sandwich passt ein grüner Salat oder auch ein Tomatensalat.
  • Mit dem Toastbrot ist das so eine Sache… Auch mit abgepacktem Toastbrot aus dem Supermarkt bekommst du ein leckeres Ergebnis hin. Solltest du dich für Toastbrot vom Supermarkt entscheiden, würde ich für dieses Rezept die größeren Scheiben verwenden (je nach Marke heißen die “American Sandwich” oder auch “Super Sandwich”). Ich habe jedoch festgestellt, dass das Toastbrot von meinem Bäcker deutlich besser schmeckt als das aus dem Supermarkt. Sowohl der Geruch als auch der Geschmack sind Meilen besser als das abgepackte Toastbrot. Allerdings haben nicht alle Bäckereien frisches Toastbrot in ihrem Sortiment. Es lohnt vorab mal nachzufragen oder in der Auslage zu schauen. Ich kann das nur empfehlen!
  • Du hast keinen Kontaktgrill und möchtest dieses Rezept dennoch ausprobieren? Kein Thema, denn du bekommst das Sandwich auch ohne einen Kontaktgrill hin. Dafür das Rezept wie oben beschrieben zubereiten. Etwas neutrales Öl in einer Pfanne erhitzen und das Sandwich von beiden Seiten 2-3 Minuten darin knusprig braten. Allerdings wäre es sehr gut, wenn du das Sandwich während des Bratens nach unten drückst. Dies geht sowohl mit einem Pfannenwender oder indem du es mit einem kleinen Topf beschwerst. Der Pfannenwender hat den Nachteil, dass du so daneben stehen bleiben musst und somit keine weiteren Sandwiches zubereiten kannst.
  • Den Kauf meines Kontaktgrills* habe ich überhaupt nicht bereut. Ganz im Gegenteil: Ich habe viel zu lange darüber nachgedacht, ob sich dieser wirklich lohnt. Es tut er – und zwar gewaltig: Bei mir läuft der Kontaktgrill sehr regelmäßig. Meistens verwende ich diesen – wie in diesem Fall – für Sandwiches oder zum Grillen von Gemüse (wie zum Beispiel Spargel). In den letzten Jahren ist die Sammlung meiner Kontaktgrill-Rezepte kräftig angewachsen, so dass ich auf mongout.de ein eigenes Special für Kontaktgrill-Rezepte angelegt habe. Mittlerweile ist die Sammlung so groß, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. (OK, Freunde des Seafoods werden dort bisher nicht wirklich fündig… aber sonst gibt es eine gute Auswahl an den unterschiedlichsten Gerichten). An Tagen, an denen ich nicht besonders viel Zeit zum Kochen habe, greife ich gerne auf den Kontaktgrill zurück.

Noch eine unwichtige Randbemerkung am Ende: Durch das einweichen des Toastbrots in der Eiermilch bekommt das Sandwich im Kontaktgrill eine schöne ausgeprägte Prägung. Klar – die gibt es auch ohne ein Einweichen, aber mit ist sie gleich viel besser. Ja, ich weiß. Ich freue mich über komische Sache. So auch über die Tatsache, dass mit diesem Rezept meine Kontaktgrill-Rezepte-Sammlung erneut erweitert wird. Nun lohnt sich allmählich die Bezeichnung “Sammlung”. Meine Liste, mit weiteren möglichen Ideen, ist noch recht lang und so wird hier demnächst sicherlich wieder ein neues Kontaktgrill-Rezept zu entdecken sein. Aktuell bastele ich an einem neuen Burger-Rezept. Allerdings bin ich von meiner aktuellen Zusammenstellung noch nicht zu 100 % überzeugt und so bedarf es noch mindestens einem Versuch. Darüber hinaus bin ich noch auf der Suche nach einem richtig guten Rezept für Mehrkorn-Buns. Solltest du zufällig eins parat haben, würde ich mich sehr über einen Hinweis von dir freuen.

PS: Wie vielleicht der ein oder andere Leser weiß, liebe ich Neuseeland und so muss ich hier noch ein “fun Fact” loswerden: Im Norden der Nordinsel Neuseeland (etwa 45 km östlich von Whangarai) gibt es eine kleine Inselgruppe, die “Poor Knight Islands” heißt. Die Inselgruppe wurde 1769 von James Cook entdeckt. Neuseeland-Kenner wären sicherlich sofort auf den Entdecker gekommen, da dort ja etliches nach dem guten James benannt wurde. Es gibt drei unterschiedliche Theorien, wie die Inselgruppe zu ihrem Namen gekommen ist. Die erste Theorie besagt, dass die beiden Hauptinseln wie ein Ritter aussehen. Eine zweite Variante vermutet, dass die Benennung eine Anlehnung an nördlichste Inselgruppe “Three Kings” ist. Ich möchte da lieber an die dritte Theorie glauben, die darauf hindeutet, dass die Inselgruppe nach dem beliebten “Arme Ritter” Gericht benannt wurde. Heute steht die Inselgruppe unter Naturschutz und darf nur mit einer Sondergenehmigung betreten werden.

PPS: Ich komme noch nicht so wirklich über das Hoppelpoppel hinweg. Was meinst du? Sollte ich das Gericht noch in “Verlorenes Hoppelpoppel” umbenennen? Oder wie wäre es mit “Grötzl mit Pelz”? So langsam gefallen mir die alternativen Bezeichnungen deutlich besser als Brauernfrühstück im Armen Ritter…

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